Frust wegen Mottowoche am MPG - Chaos mit Ansage?

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Frust wegen Mottowoche am MPG - Chaos mit Ansage?

Veröffentlicht am 13.03.2018 um 18:12 Uhr

„Teil der Stufe 12 des Max-Planck-Gymnasiums“ Foto: Stufe 12 Jahrgang 2018 des Max-Planck-Gymnasiums – In der Galerie ansehen

Sie haben alles akribisch geplant, durchgerechnet und vorbereitet – dennoch werden den Schülerinnen und Schülern der Q2 des MPG von allen Seiten Hindernisse in den Weg gestellt. Sie fühlen sich entmündigt und von den Verantwortlichen im Stich gelassen.

SchülerInnenstreiche haben Tradition; wer hat nicht schon über Lehrer Lämpel (Wilhelm Busch – Max und Moritz) gelacht oder sich mit dem Oberprimaner Pfeiffer identifiziert? (Film: Die Feuerzangenbowle, 1944, nach einem Roman v. Heinrich Spoerl). Während die Elterngeneration der heutigen AbiturientInnEn noch mit einfachen Streichen den Schulalltag erheiterte, hat sich die  „Streichkultur“ in den letzten zwei Jahrzehnten wesentlich verändert. Nicht zuletzt durch den erhöhten Leistungsdruck, der auf den Schülerinnen und Schülern lastet und die verkürzte Schulzeit, konzentrieren sich die Jux-Aktivitäten der Jugendlichen auf das Ende ihrer Schullaufbahn. Regelmäßig konkurrieren die Schulen miteinander, indem sie versuchen, die „legendärste“ Mottowoche zu veranstalten.

Von den vielen gelungenen Mottowochen mit Contesten, Spielen und Lehrerduellen bleiben den AbiturientInnEn, SchülerInnEn und LehrerInnEn schöne Erinnerungen und ein paar Posts in den sozialen Netzwerken. In die Medien schaffen es jedoch vor allem diejenigen, die aus dem Ruder laufen. Eingetretene Türen, demolierte Autos und unerfreulicher Höhepunkt der Eskalation: ein zusammengeschlagener Hausmeister.

Der Abschlussjahrgang des Max-Planck-Gymnasiums will sich damit nicht zufriedengeben. Er beabsichtigt, eine Mottowoche zu veranstalten, bei der alle auf ihre Kosten, aber niemand zu Schaden kommt.

 

Ein Lauf gegen Blockaden auf der Suche nach Antworten

Die Aktionen auf dem Schulgelände werden genau geplant. Die zahlreichen Einwände und Regularien der Schulleitung wie Musikverbote und Dekorationseinschränkungen finden Berücksichtigung. Von Unterrichtsunterbrechungen wird Abstand genommen und sämtliche Programmpunkte werden akribisch abgesprochen.

Auch für das geplante Biwak nach dem Unterricht, auf der öffentlichen Parkplatzfläche vor dem Gebäude, will man Ärger vorbeugen und kontaktiert das Ordnungsamt. Einen Pavillon, Biertisch-Garnituren und Musik in angemessener Lautstärke sowie begrenzter Dauer will man sich genehmigen lassen. Doch trotz mehrmaligen Nachhakens per E-Mail und Telefon bleibt es bei einer unbefriedigenden Antwort: „Hierfür kann keine Genehmigung erteilt werden.“ Konkrete Begründungen bleibt das Amt schuldig.

Schließlich wird der Nachbarschaftspolizist eingeladen, der aber nur weitere Verbote und Warnungen ausspricht: Versammlungen nach der Schule würden bei entsprechenden Meldungen aus der Nachbarschaft umgehend aufgelöst. Die Verantwortung liege bei den Personen, die sich ursprünglich um eine legale Lösung bemüht haben.

Konkrete Fragen der GymnasiastInnEn: Gibt es eine Dezibelgrenze für die Lärmbelästigung? Wer zählt alles zur Nachbarschaft der Schule? Kann man in den benachbarten Nordpark ausweichen? All diese Nachfragen werden seitens der Polizei aber nur unzureichend beantwortet: „Gibt es nicht, es reicht aus, wenn sich einer belästigt fühlt“, „Alle“ und „Das geht nicht“ lassen nicht nur an der Sachkenntnis der Polizei zweifeln, sondern verstärken den Unmut der jungen Erwachsenen.

 

Von der Reifeprüfung zur Unmündigkeit

Man unterstellt den GymnasiastInnEn den eigentlichen Sinn dieser letzten Schulwoche, die anderen SchülerInnen und LehrerInnen am eigenen Abschied teilhaben zu lassen, aus den Augen verloren zu haben. Kurz vor ihrer „Reifeprüfung“ wird ihnen völlige Unreife attestiert.

Die Schülerinnen und Schüler sind mit dieser Entwicklung höchst unzufrieden. Frust und Konfliktpotential machen sich breit. Es drängt sich die Frage auf „Wieso nimmt man uns den Spaß? Misst uns am Verhalten von vorangegangenen Jahrgängen?“ „Warum gesteht man uns nicht einen konkreten Rahmen zu?“

Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten werden hin- und hergeschoben, eine direkte Aussprache mit den SchülerInnEn wird vermieden, Drohungen werden in den Raum gestellt, Zusagen tunlichst vermieden… Versuchen so Bezirksvertretung, Polizei und Schulleitung alles in ihrer Macht stehende für eine friedliche Mottowoche? Ist das nicht vielmehr ein klassisches Beispiel für „Vogel-Strauss-Politik“? Geht dieses Jahr der Kelch an uns vorüber?

 

Sie wollen ernst genommen werden

Auch wenn für diesen Abschluss Jahrgang schon alles zu spät ist, würden sich die AbiturientInnEn vom Max-Planck-Gymnasium wünschen, dass sich Bezirksvertretung, Polizei und Schulleitungen für die Zukunft überlegen, ob man den Schülerinnen und Schülern nicht doch eine kleine Parkplatzfläche vor dem Schulgebäude oder eine begrenzte Fläche im Nordpark für den Zeitraum der Mottowoche zugestehen kann?

SchülerInnen, die sich ernst genommen fühlen, denen Verantwortung übertragen wird, stecken viel Energie in die Planung einer solchen Veranstaltung, die im besten Fall zu einer Bereicherung des Schul- und Stadtteillebens werden kann.

Das Problem betrifft nicht nur Düsseldorf-Stockum, sondern das gesamte Bundesland Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich nicht um einen Einzelfall.

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